Brustdiagnostik bei Radiologie 360°

Übersicht Brustdiagnostik

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen, in Deutschland erkrankt rund jede Achte bis Neunte daran. Doch die Medizin hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Heute ist Brustkrebs besser heilbar als je zuvor. Die Heilungschancen sind umso besser, je früher erste Gewebeveränderungen oder eine bösartige Erkrankung entdeckt werden.

Die Brustdiagnostik lässt sich hierzulande grundsätzlich in zwei Bereiche unterteilen:

Kurative Brustdiagnostik

Im Rahmen der kurativen Brustdiagnostik untersuchen wir Frauen aller Altersgruppen, die Beschwerden im Bereich der Brust haben und auf Zuweisung ihres Gynäkologen zu uns kommen. Wir betreuen ebenfalls Frauen, die an Brustkrebs erkrankt waren, im Rahmen des Nachsorgeprogramms.

Normalerweise untersuchen unsere Radiologen Sie zunächst mittels einer digitalen Vollfeldmammographie sowie mittels Ultraschall. Je nach Befund können im Anschluss zusätzliche Untersuchungen erforderlich sein, um eventuelle Unklarheiten abzuklären.

Wir möchten, dass Sie sich bei uns jederzeit gut aufgehoben und medizinisch optimal behandelt fühlen. Dafür sorgen nicht nur unsere kompetenten, einfühlsamen Mitarbeiter, eine ruhige Atmosphäre sowie Untersuchungsgeräte auf dem neuesten technischen Stand. Unsere Ärzte und Medizinisch-Technischen Assistentinnen sind spezialisiert auf die Brustdiagnostik und werden in diesem Bereich permanent weitergebildet. Eine kontinuierliche Qualitätskontrolle sichert die hohen Standards unserer Versorgung. Und nicht zuletzt wollen wir die maximale Diagnosesicherheit für Sie erreichen und führen deshalb - im Unterschied zu vielen anderen Praxen - auch im Bereich der Kurativen Brustdiagnostik ausnahmslos die sogenannte Doppelbefundung durch. Sie bedeutet, dass immer zwei unserer Ärzte unabhängig voneinander Ihre Untersuchungsergebnisse beurteilen.

Digitale Vollfeldmammographie

Die Mammographie ist das Basisverfahren zur Erkennung von etwaigen Veränderungen im Bereich der Brust. Bei der digitalen VoIlfeld-Detektor-Mammographie wird die Brust präzise auf einen Detektor aufgelegt, mit einer Plexiglasscheibe komprimiert und dann geröntgt. Die kurze Kompression ist notwendig, um eine optimale Bildqualität mit möglichst geringer Strahlendosis zu erreichen. Es entsteht ein hochaufgelöstes, kontrastreiches und volldigitales Bild der Brust. Unsere auf die Brustdiagnostik spezialisierten Radiologen beurteilen die Röntgenaufnahmen und besprechen anschließend persönlich das Ergebnis mit Ihnen.

Tomosynthese

Neben der klassischen Mammographie können wir mittels einer sogenannten Tomosynthese millimetergenaue Schichtbilder Ihrer Brust anfertigen. Dies ist insbesondere bei einer relativ festen, dichten Brust hilfreich, um Strukturen des Gewebes genauer erkennen und differenzieren zu können. Die Tomosynthese wird mit dem digitalen Mammographie-Gerät erstellt. Im Unterschied zur Mammographie bewegt sich die Röntgenröhre um die Brust und fertigt Aufnahmen aus verschiedenen Richtungen an. Eine spezielle Software fügt die Aufnahmen anschließend zusammen, so dass wir das Gewebe überlagerungsfrei analysieren können.

Ultraschall

Als zusätzliches strahlenfreies Verfahren ergänzt eine Ultraschalluntersuchung Ihrer Brust die Mammographie und erhöht damit die Diagnosesicherheit. Mit modernen, hochauflösenden Geräten lassen sich auch kleine Tumoren nachweisen. Dazu sendet ein SchalIkopf Ultraschallwellen aus, die das Brustgewebe unterschiedlich stark absorbiert, streut oder reflektiert. Am Monitor entsteht ein Graustufenbild, das die Strukturen des Brustgewebes sichtbar macht. Auffällige Bereiche können zudem mehrdimensional dargestellt werden. Aufschluss über die Blutversorgung gibt das sogenannte Doppler-Verfahren. Eine Elastographie schließlich zeigt, wie elastisch das Gewebe ist und liefert damit weitere Anzeichen dafür, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist.

Automatisierter Brust-Volumen-Scanner (ABVS)

Mit diesem Verfahren lässt sich Ihre komplette Brust per Ultraschall dreidimensional darstellen. Dazu wird ein rechteckiger SchalIkopf direkt auf Ihrer Brust fixiert, der die Brust automatisch scannt. So entstehen Aufnahmen der gesamten Brust in einer standardisierten Einstellung, die sich immer wieder reproduzieren lassen. Dies erleichtert den Vergleich bei Kontrolluntersuchungen.

Kernspintomographie der Brust (Mamma-MRT)

Ergänzend zur Mammographie liefert eine Mamma-MRT weitere wichtige Informationen, ohne Ihren Körper zusätzlich mit Strahlen zu belasten. Die Untersuchung erfolgt mit Magnetfeldern und ist in Kombination mit einem intravenös verabreichten Kontrastmittel geeignet, auch kleine Karzinome und Vorstufen von Brustkrebs nachzuweisen. Die Geschwindigkeit der Kontrastmittelaufnahme und die Erscheinungsform des Gewebes, das Kontrastmittel aufnimmt, liefern uns wichtige Anhaltspunkte für die Unterscheidung von gut- und bösartigem Gewebe. Während der rund 30-minütigen Untersuchung liegen Sie auf dem Bauch. Ihre Brust wird etwas komprimiert, um eine optimale Bildqualität zu erhalten. Ergibt die Mamma-MRT einen auffälligen Befund, der sich weder in der Mammographie noch im Ultraschall zeigt, ist eventuell eine MRT-gesteuerte Gewebeentnahme (medizinisch: Biopsie) notwendig.

Interventionen

Wir führen Gewebeentnahmen (Biopsien) immer begleitet durch ein bildgebendes Verfahren durch. Dabei wählen wir das Verfahren, mit dem wir das zu entnehmende Gewebe am besten darstellen und erkennen können. Mikrokalk in der Brust lässt sich beispielsweise am besten mittels Röntgen erkennen, daher entnehmen wir dieses Gewebe röntgengesteuert.

Gewebeentnahme (Biopsie) ultraschallgesteuert

Eine Biopsie dient der feingeweblichen Untersuchung eines im Ultraschall erkennbaren Tumorknotens. Vor der ultraschallgesteuerten Gewebeentnahme erhalten Sie eine örtliche Betäubung. Mit einer Hohlnadel entnehmen wir dem erkrankten Gewebe drei bis fünf Proben, die von unseren Pathologen untersucht werden. Ist der Befund positiv, nimmt der Pathologe weiterführende Untersuchungen vor, beispielsweise Hormon-Rezeptorbestimmungen, die mehr über den Tumor aussagen. Der Pathologe untersucht das Gewebe und erstellt einen Befund, den Ihr behandelnder Arzt ausführlich mit Ihnen bespricht.

Gewebeentnahme (Biopsie) röntgengesteuert

Bei der etwa 30-minütigen VAB bzw. Tomobiopsie fertigen wir zunächst entweder zwei Röntgenaufnahmen oder eine Tomosynthese an, die zeigen, wo genau und in welcher Tiefe sich das auffällige Gewebe in Ihrer Brust befindet. Anschließend entnehmen wir Ihnen unter örtlicher Betäubung Gewebeproben. Gegebenenfalls legen wir einen kleinen Metallclip in die Biopsiehöhle, damit die Entnahmestelle bei zukünftigen Untersuchungen klar erkennbar ist. Der Clip ist nicht magnetisch und beeinflusst Sie in keiner Weise. Der Pathologe untersucht das Gewebe und erstellt einen Befund, den Ihr behandelnder Arzt ausführlich mit Ihnen bespricht.

Gewebeentnahme (Biopsie) MRT-gesteuert

Dieses Verfahren wird nur angewendet, wenn die MRT-Untersuchung Veränderungen Ihrer Brust zeigt, die in der Mammographie und im Ultraschall nicht zu sehen sind, aber mit einer Gewebeprobe abgeklärt werden sollen. Die Untersuchung dauert etwa eineinhalb Stunden. Sie werden wie bei der Mamma-MRT gelagert und erhalten ein Kontrastmittel, damit das zu entnehmende Gewebeareal lokalisiert werden kann. Unter örtlicher Betäubung entnehmen wir Ihnen mehrere Proben. Um die Entnahmestelle für eventuelle zukünftige Untersuchungen zu markieren, legen wir einen kleinen Metallclip in die Biopsiehöhle. Der Clip ist nicht magnetisch und beeinflusst Sie in keiner Weise. Der Pathologe untersucht das Gewebe und erstellt einen Befund, den Ihr behandelnder Arzt ausführlich mit Ihnen bespricht.

Zystenpunktion

Dieses beschwerdefreie Verfahren wenden wir nur bei solchen Zysten an, die Sie als Patientin stören oder die Schmerzen verursachen. Unter Ultraschallkontrolle saugt der Arzt mit einer langen dünnen Nadel Zystenflüssigkeit in eine Spritze. Der Pathologe begutachtet die Flüssigkeit und erstellt einen Befund, den Ihr behandelnder Arzt bei Bedarf ausführlich mit Ihnen bespricht.

Drahtmarkierung

Mit diesem Verfahren markieren wir erkranktes Gewebe in Ihrer Brust vor einer brusterhaltenden Operation, sodass es vollständig und so gewebeschonend wie möglich operativ entfernt werden kann. Röntgenüberwacht und unter örtlicher Betäubung markieren wir das betroffene Gewebe mit einem medizinischen Draht, dessen Ende bis zum Operationstermin durch einen Verband geschützt wird. Wir führen die Drahtmarkierung im Rahmen Ihres stationären Aufenthalts kurz vor der Operation durch.

Gut zu wissen

Um Ihnen die bestmögliche Untersuchung zu gewährleisten, ist es ratsam, eine Mammographie sowie eine Mamma-MRT bei Frauen vor den Wechseljahren im ersten Drittel ihres Zyklus durchzuführen. So lassen sich eventuelle Veränderungen besser erkennen. Zudem ist die Brust in dieser Phase des Zyklus auch weniger empfindlich. Bitte berücksichtigen Sie dies bei der Terminvereinbarung.

Denken Sie bitte darüber hinaus daran, Ihre Brust am Tag der digitalen Mammographie nicht einzucremen oder zu pudern und auf Deodorant zu verzichten.

Vor einer Gewebeentnahme bespricht unser Radiologe, der die Entnahme vornimmt, zunächst mit Ihnen das geplante Vorgehen und erklärt Ihnen alle Verhaltensmaßnahmen.

Darüber hinaus finden Sie hier unsere Aufklärungsbögen, die Sie auf Ihre Untersuchung und deren etwaige Vorbereitung informieren.

Mammographie-Screening-Programm

Im Rahmen des bundesweiten Mammographie-Screening-Programms haben alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren - auch ohne Krankheitsanzeichen - alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs. Ziel des Programms ist es, Brustkrebs so früh wie möglich zu erkennen und Frauen einer Behandlung zuzuführen, die bereits erkrankt sind, bei denen aber bisher noch keine Anzeichen der Krankheit entdeckt worden sind. Denn bei frühzeitiger Erkennung lässt sich Brustkrebs besser und schonender behandeln und die Heilungschancen sind umso größer.

Die Einladung zum Screening erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung. Die Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm ist freiwillig und für gesetzlich Versicherte kostenlos. Für privat Versicherte können individuelle Regelungen gelten.

Im Rahmen des Screenings fertigt unser geschultes medizinisch-technisches Personal eine digitale Vollfeld-Mammographie Ihrer Brust an. Die Aufnahmen werden ausnahmslos und unabhängig voneinander von zwei speziell qualifizierten Ärzten beurteilt. Sie erhalten das Untersuchungsergebnis per Post.

Sollte sich anhand der Mammographie ein unklarer Befund ergeben, bitten wir Sie zur weiteren Abklärung zu einem weiteren Termin. In der Regel findet diese Untersuchung mittels Ultraschall und/oder speziellen Mammographie-Aufnahmen eines Bereiches der Brust oder durch Tomosynthese statt.

In manchen Fällen kann es notwendig sein, weitere Untersuchungen durchzuführen. Dabei setzen wir alle Verfahren ein, die auch in der kurativen Brustdiagnostik verwendet werden, wie z. B. alle Methoden der Gewebeentnahme und ggf. auch Mamma-MRT.

Höchste Qualitätsstandards

Um Ihnen die bestmögliche Diagnosesicherheit im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms zu bieten, unterliegen unsere Mediziner sowie unser medizinisches Personal extrem hohen Qualifizierungsanforderungen. So sind alle unsere Mitarbeiter speziell geschult, werden regelmäßig weitergebildet und absolvieren turnusmäßig die vorgeschriebenen Überprüfungen der Kassenärztlichen Vereinigung.